Case-Management (DGCC)

Allgemeine Informationen zum Case Management

Case Management als ein Handlungskonzept für die professionelle Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen verbindet gezielte und strukturierte Unterstützung im Einzelfall mit sozialer Netzwerkarbeit im Gemeinwesen. Es geht darum, die vielfältigen Problemlagen von Einzelnen und Familien einzuschätzen, ein Konzept für die notwendigen Hilfeleistungen zu entwickeln, den Unterstützungsprozess zu steuern und schließlich auszuwerten. Im Verständnis und der Anwendung von Case Management werden sowohl Selbsthilfepotentiale von Betroffenen aktiviert als auch Prozesse der Versorgung im Gemeinwesen optimiert. Die Rolle des Case Managers bzw. der Case Managerin beinhaltet neben professioneller Beziehungsarbeit Kenntnisse und Durchsetzungsstrategien von gesetzlichen Unterstützungsmöglichkeiten sowie die Fähigkeit zur Koordinierung und Vernetzung der Hilfesysteme von Institutionen.

Für das Casemanagement im Bereich Beschäftigungsförderung sind aktivierende und fördernde Verfahren, unterstützende Dienstleistungen (Vermittlung, Stellensuche, Stellenpflege usw.) und lösungsorientiertes Vorgehen (Ressourcen- und Potenzialanalyse, Hilfeplanentwicklung, Zielvereinbarungen, Evaluation, Hilfeplanfortschreibung) sowie die schrittweise Umsetzung eines Hilfeplans unabdingbar. Flexible, ergebnisorientierte und kostenbewusste Hilfearrangements erfordern gezieltes Vorgehen, Klarheit, Flexibilität, Kreativität, die Kooperation mit VertreterInnen anderer Institutionen, sowie die Einbeziehung von Sozialraumressourcen, um lebensweltliche Unterstützungen in die Hilfearrangements einfließen zu lassen. Zudem gilt es bei den AdressatInnen verbreitete negative Meinungen und Vorurteile aus dem Weg zu räumen, um durch Case Management Hilfen entwickeln zu können, die von den Hilfesuchenden tatsächlich akzeptiert werden.

Zu den häufigsten Missverständnissen im Rahmen sozialraumbezogener Arbeitsweisen gehört das Bild, dass sozialraumbezogene Herangehensweisen neben der Fallarbeit zusätzlich geleistet werden sollen. In der Fortbildung werden überwiegend Arbeitsweisen und alltagstaugliche Methoden für ein Case Management vermittelt, die die MitarbeiterInnen unterstützen den "Fall im Feld" zu bearbeiten.

Die theoretischen Grundlagen von Case Management basieren auf dem systemtheoretischen Ansatz des Lebensweltkonzeptes und dem sozialräumlichen Arbeiten. Bei den methodischen Ansätzen wird insbesondere auf systemische, lösungs- und sozialraumorientierte Ansätze zurückgegriffen. Ziel der Weiterbildung ist, theoretische und praktische Grundlagen für die Arbeit als Case ManagerIn zu vermitteln, die einen Transfer auf die spezifische Arbeitssituation der Teilnehmenden ermöglichen.

Träger und Ausbildungsleitung

LüttringHaus
Institut für Sozialraumorientierung, Quartier- und Case Management (DGCC)
Gervinusstraße 6
45144 Essen

Ausbildungsleitung: Dr. Maria Lüttringhaus